Erschienen: 1. August 2026 bei Tiny Tusk
Joe liest ...
... Phantastik in all ihren Facetten und rezensiert sie.
30. Oktober 2026
Rezension: Soulbane 1
Erschienen: 1. August 2026 bei Tiny Tusk
Rezension: Fragments of Silver
Titel: Fragments of Silver. Ultra-6.1.4
Autorin: Alenor J. StevensErschienen: 23. September 2026
Inhalt: Android Silver wacht ohne jegliche Erinnerung in einer Werkstatt wieder auf. Gemeinsam mit Retterin Jay versucht dey die verlorenen Erinnerungen wiederherzustellen. Aber kann dey einer völlig Fremden auch trauen?
Alenor J. Stevens hat einen vielversprechenden Auftakt hingelegt rund um eine cyberpunkige Welt, in der Androiden um die eigenen Grundrechte kämpfen müssen.
Im Fokus der Handlung steht Android Silver und deren Bestreben, die verlorenen Erinnerungen wiederzuerlangen. Was wirklich alles draußen geschieht, finden sowohl die Leser*innen als auch die Hauptfigur durch Fremdbeschreibungen (Internetmeldungen u. ä.) heraus, wodurch vor allem die Auseinandersetzung der Hauptfigur mit dem eigenen Selbst in den Vordergrund rückt. So wird ein interessanter Fokus gesetzt.
Der Stil ist sehr modern. Das Cyberpunk-Setting kommt insgesamt gut zur Geltung. Wir erleben die Hauptfigur des Öfteren auch mal fluchend. Man sollte sich auch auf gelegentliche englische Phrasen sowie Anglizismen einstellen. Da der erste Teil ziemlich kurz ist, schreitet die Handlung sehr rasch voran ohne großartige Ausschmückungen.
Zwar ist der erste Teil in sich geschlossen, das Ende ist aber offen, da es sich um einen Mehrteiler handelt. Außerdem bleiben einige Fragen ungeklärt, auf die man sich eine Antwort erhofft. Viele Themen wurden im ersten Teil nur angedeutet und lassen den Schluss zu, dass in den weiteren Teilen noch so einige Schwierigkeiten auf Silvers Weg auftreten könnten.
Ein vielversprechender Einstieg, der auf mehr hoffen lässt.
Rezension: Ich bin Gideon
Deutsche Ausgabe: 13. April 2020
Inhalt: Gideon hat genug von diesem düsteren Planeten und von der Ehrwürdigen Tochter Harrowhark, also packt sie ihre Sachen und flüchtet. Das schlägt jedoch fehl. Als Strafe muss sie Harrowhark bei ihrer Lyktorenprüfung begleiten und ihre Kavalierin spielen ...
Gideon ist eine eigenwillige Heldin, so wie das gesamte Worldbuilding des Romans. Auf dem Neunten, ihrem Heimatplaneten (gezwungenermaßen), ist alles schwarz – von den Klamotten bis hin zur Inneneinrichtung der Gruft, in der sie ihre Kindheit verbringen musste. Für das passende Ambiente sorgt die Ehrwürdige Tochter Harrow, Nekromantin und Erbin des Neunten Hauses, mit ein paar hübsch angerichteten Knochen, die so ziemlich einzigen Farbtupfer (falls man es so nennen kann) in dieser düsteren Welt.
Genauso schwarz ist der Humor. Muirs eigenwilliger, teils sehr vulgärer Stil macht dieses Buch zu einem Highlight. Er lockert die sonst düstere Stimmung des Buches sehr auf und verpasst ihm eine besondere Note. Gideons unflätigen Kommentare, die sie in den unpassendsten Situationen raushaut, sind nur ein Grund, weshalb sie so sympathisch ist.
Das Pacing ist etwas durchwachsen. Es fängt gut an, dann dauert es sehr lang, bis die Handlung eigentlich in Fahrt kommt. Während sowohl Gideon als auch Leser*innen in der ersten Hälfte der Story den größten Teil im Dunkeln (Gideon sogar wortwörtlich) tappen, zeichnet sich der zweite Teil durch detaillierte, actionreiche Kämpfe und Mystery-Elemente aus. Es dauert eine Weile, bis man erkennt, welche Richtung der Plot einschlagen will, bis er sich schließlich zu einem packenden Survival Horror und unvorhersehbarem Ausgang entpuppt.
„Ich bin Gideon“ war definitiv mal ein anderes Leseerlebnis. Allein schon das skurrile Worldbuilding ist es wert, dem Roman eine Chance zu geben.
7. August 2026
Rezension: Dinghai Fusheng Records 2
Inhalt: Nachdem sie aus der Hauptstadt vertrieben wurden, reisen Chen Xing und Xiang Shu in den Norden. Obwohl die Landschaften zunächst idyllisch wirken, ist die Stimmung bald getrübt von Spannungen zwischen den Stämmen, vom tiefen Winter und den Untoten ...
Einige Monate sind vergangen, seit Chen Xing sich auf die Reise gemacht hat, um die Magie zurück ins Land zu bringen. Der zweite Teil von „Fusheng Dinghai Records“ entführt uns nun in den tiefen Norden des Alten Chinas bis an die Grenze des Landes.
Fei Tian Ye Xiang malt ein zunächst idyllisches Bild des Nordens, der Heimat Xiang Shus und der nomadischen Völker, die dort überwintern. Auf dem zweiten Blick jedoch wird ersichtlich, dass in Chi-Le-Chuan genauso wie in Chang’an, welches im Mittelpunkt des ersten Teils stand, politische Konflikte und Intrigen zwischen den Stämmen herrschen.
Die Spannung baut sich langsam auf. Zwar gibt es immer wieder witzige Momente, allen voran ausgelöst durch Chen Xing, der kein Fettnäpfchen auslässt, aber der Ton bleibt in erster Linie ernst. Das bietet die Gelegenheit, die Figuren besser kennenzulernen. Besonders die beiden Protagonisten gewinnen im zweiten Teil deutlich an Tiefe, und zwischen ihnen baut sich ganz langsam ein inniges Verhältnis auf.
Da das Worldbuilding bereits etabliert ist, haben die Infodumps deutlich abgenommen. Der Stil ist immer noch einfach gehalten, aber geschliffener und vor allem die Actionszenen wirken sehr dynamisch. Da ich den Originaltext nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, wie gut die Übersetzung gelungen ist, aber zumindest stilistisch hat Sönke Carsten Rühmann hier sehr gute Arbeit geleistet.
Einziger Kritikpunkt: Die Illustrationen, so schön sie auch sein mögen, stimmen nicht immer mit den Beschreibungen im Buch überein.



