7. April 2026
Rezension: Prism
26. Februar 2026
Rezension: The Empress of Salt and Fortune (Die Chroniken von Chih)
Autorin: Nghi Vo
Erschienen: 24. März 2020
Deutsche Ausgabe: 2. Februar 2026 im Cross Cult Verlag
Inhalt: Nachdem ihre Armeen besiegt sind, wird die junge Adlige In-yo in den Süden geschickt. Nach der Geburt des Thronfolgers findet der Kaiser keine Verwendung mehr für sie und sie lebt abgeschieden von allen. Ihre treueste Verbündete ist ein Dienstmädchen, das einst als kleines Kind von ihren Eltern an den Palast verkauft wurde. In-yo ist fest entschlossen, zurückzuschlagen, sobald das Glück auf ihrer Seite ist ...
„The Empress of Salt and Fortune” überzeugt mit interessanten Figuren, Casual Queerness, einem chinesisch angelehnten Setting und einer gesunden Portion Female Rage. Es gibt eine klassische Rahmenhandlung, in welcher Chih als Chronist*in fungiert und verschiedene Geschichten niederschreibt. Im ersten Teil geht es um die vertriebene Kaiserin In-yo, erzählt aus der Perspektive ihrer treuen Dienerin.
Die Erzählung überzeugt weniger durch Action und mehr durch ruhige Töne. Trotz oder vielleicht auch wegen der Kürze ist der Text wirkungsvoll. Der einzige Nachteil ist, dass es gegen Ende hin ziemlich schnell geht. Da wäre ein wenig mehr Tiefe schön gewesen. Nichtsdestotrotz fand die Story einen guten, befriedigenden Abschluss.
Die fantastischen Elemente sind sehr dezent gesetzt und fügen sich gut in die Handlung ein, ohne sie zu dominieren. Es gibt z. B. sprechende Vögel, die Neixin, und Mammuts. Wahrsagen spielt eine wichtige Rolle in der Erzählung. In-yo wird trotz ihrer Lage die Herrscherin über das Glück genannt. Dass dieser Beiname nicht von ungefähr kommt, zeigt sich immer wieder dann, wenn sie in einfachen Glücksspielen gewinnt.
Eine schöne, kurzweilige Geschichte und ein guter Reihenauftakt mit Potenzial.
21. Oktober 2025
Rezension: Dornenhecke
Erschienen: 15. August 2023
Deutsche Ausgabe: 6. Oktober 2025 (bei Cross Cult)
Inhalt: Hinter einer Dornenhecke verbirgt sich eine Burg. Darin schläft eine Prinzessin. In dieser Geschichte geht es um Krötling, die einst von Feen entführt wurde, nun selbst als Fee dienen muss und seit zweihundert Jahren über die Dornenhecke wacht, hinter der die Prinzessin liegt ...
"Dornenhecke" ist eine interessante, subversive Interpretation von Dornröschen, die mich sehr unterhalten hat.
Als Heldin der Geschichte lernen wir die Fee Krötling kennen sowie den Ritter Halim, der ihren "Fluch" brechen will. Beide sind unperfekt und gerade das macht sie so perfekt für die Geschichte. Besonders Krötling schließt man schnell ins Herz.
Es gibt zwei miteinander gut verknüpfte Erzählebenen. Durch das Zusammentreffen von Krötling mit dem Ritter erfahren Leser:innen nach und nach von den Umständen, die dazu führten, dass Krötling über die Dornenhecke und die Burg dahinter wacht. Man kann sich schon recht früh in etwa denken, was los ist. Es macht dennoch Spaß, der Story zu folgen. Kingfisher beschreibt die Welt sehr ansprechend und trotz vieler bekannter Elemente auf originelle, witzige Weise. Einzig das Ende wirkte etwas übereilt. Da hätten der Erzählung sicher ein paar Seiten mehr gutgetan.
Insgesamt wäre Potential für mehr drin gewesen, gerade weil das Worldbuilding sehr schön und märchenhaft ist. Nichtsdestotrotz ist "Dornenhecke" ein unterhaltsamer Kurzroman mit einer liebenswürdigen Heldin.

