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13. April 2025

Anna Kleve: Vampir x Zahnfee

Autorin: Anna Kleve
Erschienen: 8. März 2024

Inhalt: Zahnfee Niall soll nun die Zähne von besonderen Wesen sammeln. Nachdem er aber in einen Sturm gelangt, wird er vom Vampir Jeremy gerettet. Dieser möchte die Fee eigentlich aussaugen, doch dann wird seine Nichte entführt und er ist auf Nialls Hilfe angewesen.

Der Titel hält definitiv, was er verspricht. Ein Vampir und eine Zahnfee ist schon eine wilde Kombi. But why not? Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an, und die Story ist verblüffend unterhaltsam.

Vorweg sollte man wissen: Es gibt zwei POV’s mit schnellen Wechseln. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man damit kein Problem, kommt man gut rein. Sie sind immer jeweils durch die unterschiedlichen Header (durch die Darstellung der Flügel) gekennzeichnet.

Der Stil ist sehr einfach gehalten. Anna Kleve macht keine großen Ausschweifungen und kommt meist direkt auf den Punkt. Dadurch lässt sich das Buch super schnell in einem Rutsch lesen.

Die Handlung selbst ist überschaubar – beide tun sich zusammen, um die entführte Vampirnichte zu retten und kommen sich dabei näher. Dafür ist es super cozy.

Das Buch ist vor allem zu empfehlen für Leute, die gern etwas Schnelles für zwischendurch lesen möchten und eine Mischung aus Romance und Fantasy mögen mit einer Prise Spice dazu.

27. März 2025

Rezension: Hell Followed with Us - Das Monster in uns

Originaltitel: Hell Followed with Us

Autor: Andrew Joseph White
Erschienen: 7. Juni 2022
Deutsche Ausgabe: 03. März 2025

Inhalt: Trans Junge Benji ist mit einem Virus infiziert, das ihn zu einem Seraph mutieren lässt, einem Monster, das die Fähigkeit besitzt, die Menschheit zu vernichten. Er flieht vor einer fundamentalischen Sekte, die ihn als Waffe einsetzen will und sich selbst als Engel bezeichnet, welche für die Postapokalypse verantwortlich sind. Zuflucht findet Benji in einem Zentrum für queere Jugendliche.

"Hell Followed With Us" ist ein Buch, das ich gern schon zehn Jahre früher gelesen hätte. Es hat mich unglaublich gefreut, über so viele trans und nichtbinäre Figuren zu lesen, noch dazu in einem postapokalyptischen Setting.

Die Beschreibungen sind sehr explizit und der Stil kurz und bündig, teils ellipsenartig, was speziell sein mag, aber zur düsteren Atmosphäre passt. Ebenfalls speziell, aber gut gelungen ist das Setting und die Einbindung religiöser Symbolik.

Sehr interessant ist die Raumgestaltung des Romans. Einer der Haupthandlungsorte ist ein Zentrum für queere Jugendliche, das ALC. Dem gegenüber steht Neu-Nazareth, der Wohnstätte der selbsternannten Engel, einer ökofaschistischen religiösen Sekte, die für die erste Apokalypse verantwortlich war. Während das ALZ als Schutzraum für queere Jugendliche unterschiedlicher Herkunft dient, ist Neu-Nazareth ein Ort der Unterdrückung und des Terrors. Die mutierten Monster, einst Menschen, und die durch ein Virus leergefegten Städte, Flut genannt, sind die manifestierten Schrecken, die aus religiösem Fanatismus resultieren.

Sowohl Benji als auch Nick sind gelungene Protagonisten, deren innere Konflikte authentisch und sensibel aufgearbeitet werden. Mir gefiel es sehr, dass man mit Benji eine trans Figur vor ihrer Transition und ohne Dysphorie hat, die trotzdem von den anderen als Junge akzeptiert wird. Gefallen haben mir auch die Kapiteleinschübe aus Nicks Sicht, wodurch man neben der Außensicht auch eine Innensicht von ihm erhält und gezeigt wird, welchen Herausforderungen er sich als Autist und gleichzeitig als Anführer des ALZ stellen muss.

Zu den Nebenfiguren hingegen lässt sich weniger gut eine Bindung aufbauen. Es leben viele Teenager im ALZ, einige von ihnen bestenfalls namentlich erwähnt. Die Story konzentriert sich sehr auf Benjis Entwicklung. Dennoch ist es toll, so viel positive queere Repräsentation in einem einzigen Buch zu finden.

Eine genauere Einordnung der Zielgruppe gestaltet sich als schwierig, da sowohl sehr gewalttätige Szenen und expliziten Body Horror als auch typische Jugendbuch-Elemente miteinander vereint werden. Im Vordergrund steht Benjis Auseinandersetzung mit der eigenen Identität (einmal mit dem eigenen Transsein und auf einer anderen Ebene mit der Verwandlung zum Seraph) und mit der ersten Liebe. Dessen sollte man sich als Leser*in vorher bewusst sein.

Insgesamt ist es ein solides Buch mit einem ungewöhnlichen Setting und sehr guter Repräsentation.

18. März 2025

Rezension: Thousand Autumns. Buch 1 - Tiefer Fall

Originaltitel:  千秋 #1 (Qiān Qiū)

Autorin: Meng Xi Shi
Deutsche Ausgabe: 3. März 2025

Inhalt: Nach seinem schweren Sturz finde sich Shen Qiao in der Obhut von Yan Wushi wieder, der ihn nicht ganz uneigennützig wieder zu neuen Kräften verhelfen will. Er möchte den gutmütigen und nachgiebigen Shen Qiao verderben, indem er ihn auf den dämonischen Pfad bringt.

Wir befinden uns in einem historischen China, die Hauptfiguren sind die beiden Kultivierer Shen Qiao - Anführer eines Daoistischen Clans - und Yan Wushi - Anführer eines Dämonischen Clans. Sehr empfehlenswert ist "Seven Autumns" für Fans von Damneis wie "Heavens Official's Blessing" oder "Grandmaster of Demonic Cultivation". Auch wenn es nicht ganz an die beiden Reihen herankommt, kommt man hier auf seine Kosten.

Sprachlich ist es einfach gehalten. Nichts Besonderes, aber es liest sich schnell und flüssig, wie man es von einem Light Novel erwartet.

Sehr Ansprechend sind die Charakterdesigns. Zum einen sind beide älter als die gängigen Hauptfiguren des Genres (Shen Qiao ist in den frühen 30ern und Yan Wushi etwa in den 40ern). Mit Shen Qiao haben wir zudem eine blinde Hauptfigur. Durch seinen schweren Sturz zu Beginn der Handlung bleibt er das Buch über körperlich beeinträchtigt, und es ist interessant zu sehen, wie er damit umgeht und seinen Alltag dennoch meistert. Die Repräsentation ist sehr schön. Leider gibt es ein paar unglückliche sprachliche Wendungen, die entweder seine Blindheit nicht ganz berücksichtigen oder seinen kränklichen Zustand romantisieren. Insgesamt hätte das noch einen Tick sensibler bearbeitet sein können.

Die beiden haben zudem durch ihre unterschiedlichen Wesenszüge eine interessante Dynamik. Dass es zwischen den beiden knistert, merkt man erst in der zweiten Hälfte. Während Shen Qiao jedoch sehr gutmütig und nahbar ist, bleiben die Beweggründe für Yan Wushis Handeln oft im Unklaren. Seine Handlungen wirken mitunter wenig nachvollziehbar und willkürlich.

Etwas schwierig zu verfolgen ist der Infodump zu Beginn; es werden viele Namen in den Raum geschmissen. Positiv zu erwähnen sind hier aber die vielen Erklärungen am Ende des Buches (Figurenverzeichnis, Aussprache etc). Die Handlung kommt langsam in die Gänge. Da es sich um eine mehrbändige Reihe handelt, muss man damit rechnen. Es werden einige interessante Wendungen angedeutet, die Hoffnung und Lust auf mehr machen.

Insgesamt ein guter Auftakt mit kleineren Schwächen, aber großes Potenzial für weitere Bände.

18. Februar 2025

Rezension: Aus Sternen und Staub

Originaltitel: The Bones Beneath My Skin

Autor: T. J. Klune
Erschienen: 26. Oktober 2018
Deutsche Ausgabe: 11. Oktober 2023

Inhalt: Um neu anzufangen, besucht Nate Cartwright die abgeschiedene Hütte seiner verstorbenen Eltern. Als er dort ankommt, trifft er auf zwei ungewöhnliche Besucher ...

Die Handlung ist nicht gerade neu, wird aber durch ein paar positive Aspekte, die Klune hineingibt, aufgewertet. Man sollte dennoch mit ein paar abgedroschenen Klischees rechnen. Wenn man damit leben kann, macht das Lesen durchaus Spaß.

Die Figuren sind sehr sympathisch. Im Mittelpunkt der Handlung steht vor allem die Beziehung der drei Hauptfiguren, die sich allmählich entwickelt.

Es gibt einen romantischen Subplot, der sich gut in die Handlung einfügt. An sich passt er sehr gut rein. Lediglich die Sexszene empfand ich dann doch als etwas übereilt und unpassend, aber das ist Geschmackssache.

Leider hat das Buch Längen. Es gibt ein paar Spannungsbögen, die kürzer hätten ausfallen oder gar nicht erst hätten sein müssen, da man als Leser*in entweder schnell dahintersteigt, was eigentlich Sache ist oder aber am Ende gar nichts Schlimmes passiert.
Dass es werbetechnisch mit "Stranger Things" verglichen wird, ist zwar in der Hinsicht nachvollziehbar, da einige Elemente gleich sind. Ansonsten ähnelt "Aus Sternen und Staub" aber eher einem Roadmovie als einem abenteuer- oder actionreichen Werk. Da ist der Vergleich etwas irreführend.