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25. Juli 2026

Rezension: Fusheng Dinghai Records 1

Originaltitel: 定海浮生录 (Dinghai Fusheng Lu) 
Autor: Fei Tian Ye Xiang

Erschienen: 01. Januar 2021
Deutsche Ausgabe: 01. Juni 2026

Inhalt: Einst war das antike China von Magie durchzogen. Jetzt liegt es am jungen Chen Xing, dem letzten Exorzisten, sie zurückzuholen und das Land vor der Apokalypse zu bewahren. Seine einzige Waffe ist die Herzenslampe, mit deren Hilfe er seinen Schutzpatron erwählt. Die Wahl fällt ausgerechnet auf den grimmigen Krieger Xiang Shu, der überhaupt keine Lust darauf hat, die Welt zu retten ...

„Dinghai Fusheng Records“ braucht ein wenig, bis es einen fesselt. Aber das Warten lohnt sich, denn die Story wirkt interessant und vielversprechend. Als Setting hat Fei Tian Ye Xiang das antike China (4. Jh.) ausgewählt, welches einst von Magie durchzogen war und sehr detailreich geschildert wird.

Die beiden Protagonisten funktionieren durch ihre Gegensätzlichkeiten gut. Chen Xings unbedachte, naive Art sorgt immer mal wieder für Lacher, was den düsteren Grundton des Buches auflockert.

Die Lovestory entwickelt sich sehr langsam und ist eindeutig etwas für Fans von Slow Burn. Da es sich bei „Dinghai Fusheng Records“ um eine mehrteilige Reihe handelt sollte man hier viel Geduld mitbringen. Es gibt ein paar witzige Neckereien zwischen den beiden Hauptfiguren, ansonsten können sich die beiden zu Beginn nicht besonders leiden. 

Besonders positiv hervorzuheben ist die Repräsentation, die sogar historisch eingebettet wird. Zentral für die Story sind die Spannungen zwischen den Han und den verschiedenen nomadischen Hu-Stämmen. Unter denen ist Homo- und Bisexualität weit verbreitet und wird von vielen als selbstverständlich betrachtet (unter den Han hingegen gilt diese Lebensweise eher als barbarisch). Schade ist nur, dass weibliche Figuren hier etwas zu kurz kommen.

Der Stil ist einfach gehalten und angenehm zu lesen. Einzig die Infodumps stören das Leseerlebnis. Es gibt unglaublich viel historisches Wissen, das der Autor weitergibt, was einerseits sehr interessant ist und dabei hilft, die Konflikte in der Reihe besser zu verstehen. Nur leider werden diese Fakten oft sehr trocken heruntergeleiert und verlangen einem gelegentlich viel Geduld ab. Dafür gibt es am Ende ein Glossar.

Trotzdem aber ist es ein vielversprechender Auftakt!

9. Juni 2026

Rezension: Totennacht

Titel: Totennacht. Mafed kehrt zurück

Autorin: Jenny Wood
Erschienen: 18. September 2025 (Neuauflage)

Inhalt: Mafed kehrt nach New York zurück, um gemeinsam mit Ian Barnell einen Serienmörder zu fassen, der jungen Frauen die Augen stiehlt. Doch das zerrüttete Verhältnis zwischen den beiden könnten den Ermittlungen im Weg stehen, genauso wie Mafeds Dämonen aus der Vergangenheit ... 

Nachdem Mafed New York am Ende von „Totenfluch“ kurzerhand verlassen hat, kehrt er nun endlich zurück, um sich mit Barnell zu versöhnen – wurde auch höchste Zeit. Es gibt außerdem einen neuen Fall zu lösen, neue Herausforderungen, neue Gottheiten.

Auch Seth ist wieder dabei durch kurze Szeneneinschübe, durch die „Totennacht“ und „Trail to Heka“ miteinander verknüpft werden.

„Totennacht“ ist nicht unbedingt der stärkste Teil der Kemet-Reihe, was an der einen oder anderen Länge liegt und an dem überschaubaren Krimi-Anteil. Dafür überzeugt er auf emotionaler Ebene. Die Beziehung zwischen Mafed und Ian Barnell erlebt hier endlich ihren Höhepunkt.

Es gibt ein paar erotische Szenen, wie im ersten Band, darauf sollte man sich einstellen. Sie sind aber nicht allzu explizit, sodass man sich selbst gut ein Bild dazu machen kann. Wer sie im ersten Band mochte, wird sie auch hier mögen.

Die Romanze dominiert in diesem Band. Die Handlung spielt sich vor allem auf Figurenebene ab und gibt ihnen viel Raum, um sich zu entwickeln. Dafür kommt – ähnlich fast wie in „Totenfluch“ – der Krimi etwas zu kurz. Der Fall schreitet in kleinen Schritten voran, bis Leser*innen schließlich relativ früh herausfinden können, wer der Mörder ist. Es gibt eindeutige Hinweise, und aufgrund des überschaubaren Figurenensembles kommen nicht viele Verdächtige infrage. Sehr schade, aber auch eine Geschmackssache.

Alles in allem ist „Totennacht“ ein unterhaltsamer, lesenswerter Roman, der sowohl mit Gefühl als auch mit Spannung punktet. Ein guter zweiter Band, der nicht ganz an den Vorgänger herankommt, aber dennoch seinen Charme hat.

 

6. Mai 2026

Rezension: Funkenflug

Titel: Funkenflug (Der letzte Schlüssel 2)

Autorin: Marie Meier
Erschienen: 06. Mai 2026

Inhalt: Jule setzt alles daran, Mika und Kestrel aus den Klauen der Avatare zu befreien. Sie findet alte und neue Verbündete, die sie dabei unterstützen, ihre verborgenen Kräfte zu meistern und sie ihrem Ziel etwas näherzubringen. Als sie ihren Widersachern erneut gegenübersteht, erfährt sie eine Wahrheit, die alles auf den Kopf stellt ...

Vieles, was „Seelengrube“ ausmacht, findet sich im Nachfolger wieder: tolle Charaktere, ein ansprechender Stil sowie das detailreiche Worldbuilding, auf welches hier noch weiter eingegangen wird. „Funkenflug“ hält das Niveau des ersten Bandes und beweist mal wieder, wie gut der Genremix funktioniert.

Erneut begleiten wir Jule dabei, wie sie fleißig trainiert, um es bald mit den Avataren aufnehmen zu können. Zeitgleich erfahren wir mehr von der Rebellion gegen Arges, was eine neue Dynamik in die Story bringt. Fragen aus dem ersten Teil werden beantwortet, dafür werden wieder neue aufgeworfen.
Anfangs plänkelt die Handlung etwas vor sich hin, später wird es umso spannender. Höhepunkt und Ende sind sehr gelungen. Insgesamt ist „Funkenflug“ actionreicher als der Vorgänger. Die schnellen Szenen wechseln sich gekonnt ab mit ruhigen und emotionalen, zwischendrin auch immer wieder eine Prise Romantik.

Es gibt Wiedersehen mit Figuren des ersten Teils, die mir sehr gefielen, und mit ihnen einige sehr schöne Szenen. „Funkenflug“ hat wieder viele interessante Figuren, darunter bekannte wie auch neue.

Etwas komisch finde ich es, dass die Hände der Avatare (was sicher ein anspruchsvoller Job ist) nebenher noch Zeit haben, in der Zitadelle zu unterrichten. Sollten sie sich nicht vollumfänglich um den Schutz ihrer Gött*innen kümmern? Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Vielleicht klärt sich das auch noch.

20. April 2026

Rezension: Seelengrube

Titel: Seelengrube (Der letzte Schlüssel)

Autorin: Marie Meier
Erschienen: 20.  September 2025

Inhalt: Jule wurde mit dem Ruf geboren, einer magischen Gabe, die sie jedoch nicht besonders gut beherrscht. Also bereitet sie sich seelisch auf eine langweilige Bürokarriere und Pizzaabende vor. Ihr Pläne ändern sich jedoch, als sie sich nach einer gepatzten Mission im Verlies wiederfindet, gemeinsam mit einem riesigen Monster ...

"Seelengrube" ist eine Mischung aus Science-Fiction und Fantasy. Der Weltenbau entspricht am ehesten einer Space Opera, gespickt mit einer Prise Magie und Cyberpunk-Elementen. Die Welt ist sehr anschaulich beschrieben. Aufgewertet wird das Ganze durch die Illustrationen von Johanna Lehmert, die zur düsteren Atmosphäre passen.

Mit Jule haben wir eine sehr sympathische und vielschichte Hauptfigur. Sie hat viele kleine Fehlerchen, die sie sehr nahbar machen. Auch die Nebenfiguren sind alle interessant und divers geschrieben.

Die Romanze gliedert sich harmonisch in die Geschichte ein und ist nachvollziehbar gestaltet. Besonders erfrischend ist es, wie Marie Meier gängige Stereotypen bricht. Es gibt intime Szenen, in denen mehr auf die Gefühle der Figuren gesetzt wird anstatt auf Explizität, was ebenfalls passt.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Nach etwa einem Drittel des Buches habe ich ein wenig den Roten Faden verloren und es war nicht ganz ersichtlich, in welche Richtung die Handlung gehen soll. Das war zum Glück halb so wild, da es trotzdem interessante Einblicke in Jules Leben gibt und man viel über die Welt erfährt beim Lesen.

Das Ende stellt nochmal einiges auf Kopf und so langsam wird deutlich, worum es eigentlich geht. Jule fasst schließlich ein klares Ziel, das sie erreichen will, was es spannend macht und die Wogen für einen zweiten Teil glättet.

Alles in allem ein gelungenes Debüt mit sehr viel Liebe zum Detail.

17. April 2025

Rezension: Der Jasmin-Thron

Originaltitel: The Jasmine Throne

Autorin: Tasha Suri
Erschienen: 08. Juni 2021
Deutsche Ausgabe: 3. März 2025

Inhalt: Pryia ist eine ehemalige Tempeltochter, deren Familie im Feuer getötet wurde, Malini eine Prinzessin, die von ihrem Bruder ins Exil verbannt wurde. Während Pryia einen Weg zurück zu ihren Wurzeln sucht, will Malini Rache. Als auch noch Aufstände im Reich drohen, tun die beiden sich zusammen und merken, dass die beiden mehr als nur politische Interessen verbindet ...

"Der Jasmin-Thron" ist ein Buch, das  eindeutig mehr Hype verdient. Es gibt eine interessante Welt, politische Intrigen, Magie und nachvollziehbare Figuren mit unterschiedlichen Interessen, was für Spannungen sorgt. Noch dazu hat Tasha Suri einen sehr ansprechenden, poetischen Schreibstil.

Wer Romance nicht mag, sollte sich durch die Bezeichnung Romantasy nicht abschrecken lassen. Die Liebesbeziehung der beiden Protagonistinnen ist eigentlich nur eine nebensächliche Handlung. Sie ist aber einer von vielen Faktoren, die dieses Buch so gut machen.

Die Handlung baut sich sehr langsam auf und ist zuweilen auch recht dialoglastig. Im ersten Band geht es vor allem darum, die verschiedenen Figuren und Handlungsstränge vorzustellen.  Dafür wird so eine wunderbar dichte Atmosphäre geschaffen und man hat genug Zeit, die einzelnen Figuren und ihre Motive kennenzulernen und in eine indisch inspirierte Fantasywelt einzutauchen. Nicht unbedingt etwas für Actionfans, nichtsdestotrotz gibt es auch actionreiche Momente und einen sehr guten Handlungsbogen.

Ein sehr guter Auftakt für eine Trilogie, auf deren Folgebände ich mich schon sehr freue.

13. April 2025

Anna Kleve: Vampir x Zahnfee

Autorin: Anna Kleve
Erschienen: 8. März 2024

Inhalt: Zahnfee Niall soll nun die Zähne von besonderen Wesen sammeln. Nachdem er aber in einen Sturm gelangt, wird er vom Vampir Jeremy gerettet. Dieser möchte die Fee eigentlich aussaugen, doch dann wird seine Nichte entführt und er ist auf Nialls Hilfe angewesen.

Der Titel hält definitiv, was er verspricht. Ein Vampir und eine Zahnfee ist schon eine wilde Kombi. But why not? Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an, und die Story ist verblüffend unterhaltsam.

Vorweg sollte man wissen: Es gibt zwei POV’s mit schnellen Wechseln. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man damit kein Problem, kommt man gut rein. Sie sind immer jeweils durch die unterschiedlichen Header (durch die Darstellung der Flügel) gekennzeichnet.

Der Stil ist sehr einfach gehalten. Anna Kleve macht keine großen Ausschweifungen und kommt meist direkt auf den Punkt. Dadurch lässt sich das Buch super schnell in einem Rutsch lesen.

Die Handlung selbst ist überschaubar – beide tun sich zusammen, um die entführte Vampirnichte zu retten und kommen sich dabei näher. Dafür ist es super cozy.

Das Buch ist vor allem zu empfehlen für Leute, die gern etwas Schnelles für zwischendurch lesen möchten und eine Mischung aus Romance und Fantasy mögen mit einer Prise Spice dazu.

18. März 2025

Rezension: Thousand Autumns. Buch 1 - Tiefer Fall

Originaltitel:  千秋 #1 (Qiān Qiū)

Autorin: Meng Xi Shi
Deutsche Ausgabe: 3. März 2025

Inhalt: Nach seinem schweren Sturz finde sich Shen Qiao in der Obhut von Yan Wushi wieder, der ihn nicht ganz uneigennützig wieder zu neuen Kräften verhelfen will. Er möchte den gutmütigen und nachgiebigen Shen Qiao verderben, indem er ihn auf den dämonischen Pfad bringt.

Wir befinden uns in einem historischen China, die Hauptfiguren sind die beiden Kultivierer Shen Qiao - Anführer eines Daoistischen Clans - und Yan Wushi - Anführer eines Dämonischen Clans. Sehr empfehlenswert ist "Seven Autumns" für Fans von Damneis wie "Heavens Official's Blessing" oder "Grandmaster of Demonic Cultivation". Auch wenn es nicht ganz an die beiden Reihen herankommt, kommt man hier auf seine Kosten.

Sprachlich ist es einfach gehalten. Nichts Besonderes, aber es liest sich schnell und flüssig, wie man es von einem Light Novel erwartet.

Sehr Ansprechend sind die Charakterdesigns. Zum einen sind beide älter als die gängigen Hauptfiguren des Genres (Shen Qiao ist in den frühen 30ern und Yan Wushi etwa in den 40ern). Mit Shen Qiao haben wir zudem eine blinde Hauptfigur. Durch seinen schweren Sturz zu Beginn der Handlung bleibt er das Buch über körperlich beeinträchtigt, und es ist interessant zu sehen, wie er damit umgeht und seinen Alltag dennoch meistert. Die Repräsentation ist sehr schön. Leider gibt es ein paar unglückliche sprachliche Wendungen, die entweder seine Blindheit nicht ganz berücksichtigen oder seinen kränklichen Zustand romantisieren. Insgesamt hätte das noch einen Tick sensibler bearbeitet sein können.

Die beiden haben zudem durch ihre unterschiedlichen Wesenszüge eine interessante Dynamik. Dass es zwischen den beiden knistert, merkt man erst in der zweiten Hälfte. Während Shen Qiao jedoch sehr gutmütig und nahbar ist, bleiben die Beweggründe für Yan Wushis Handeln oft im Unklaren. Seine Handlungen wirken mitunter wenig nachvollziehbar und willkürlich.

Etwas schwierig zu verfolgen ist der Infodump zu Beginn; es werden viele Namen in den Raum geschmissen. Positiv zu erwähnen sind hier aber die vielen Erklärungen am Ende des Buches (Figurenverzeichnis, Aussprache etc). Die Handlung kommt langsam in die Gänge. Da es sich um eine mehrbändige Reihe handelt, muss man damit rechnen. Es werden einige interessante Wendungen angedeutet, die Hoffnung und Lust auf mehr machen.

Insgesamt ein guter Auftakt mit kleineren Schwächen, aber großes Potenzial für weitere Bände.