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15. März 2026

Rezension: Mehl, Magie und Machenschaften

Originaltitel: A Wizard's Guide to Defensive Baking

Autorin: T. Kingfisher
Erschienen: 21. Juli 2020
Deutsche Ausgabe: 17. März 2026 im Second Chances Verlag

Inhalt: Die vierzehnjährige Mona ist eine Zauberin, allerdings kann sie mit ihrer Magie höchstens Brot backen und Lebkuchenmänner tanzen lassen, was sie persönlich nicht besonders begabt findet. Als sie eines Tages eine Leiche in der Bäckerei, gerät sie plötzlich selbst ins Verhör. Nach und nach verschwinden Magier*innen. Auch Mona ist nicht mehr sicher, weil der Mörder sie als nächstes Opfer auserwählt ... 

Mit „Mehl, Magie und Machenschaften“ hat sich T. Kingfisher wirklich kreativ ausgelebt, insbesondere in der Darstellung von Magie. Einen großen Pluspunkt gibt es für den einfachen, heiter-lockeren Erzählstil, der zudem sehr gut zur Protagonistin passt und immer wieder Witz in die sonst ernste Handlung bringt.

Die Handlung selbst hingegen ist eher durchwachsen. Manchmal wirkt sie konstruiert und in die Länge gezogen. Es gibt vereinzelte Kapitel, die hätte man auf ein, zwei Absätze herunterbrechen können, ohne dass Handlung oder Figurenwachstum darunter gelitten hätten. Nichtsdestotrotz hat sie auch ihre guten Momente. Die Art, wie die Magie dargestellt und mit ihr gearbeitet wird, ist sehr kreativ. Es ist toll zuzusehen, wie die Protagonistin über sich hinauswächst und in ihre eigenen Fähigkeiten vertraut.

Auch wenn der Roman für ein erwachsenes Publikum gedacht ist und Cover sowie Erzählstil ganz leichte cozy Vibes vermitteln, sehe ich ihn eher bei einem jüngeren Publikum. Trotz des Witzes ist es auch nicht wirklich ein Wohlfühlroman, da vor allem ernste Themen behandelt werden.

T. Kingfisher hat eine interessante Welt mit liebevollen Figuren geschaffen, deren Handlung aber noch ausbaufähig ist. Wer in erster Linie Wert auf ein kreatives Worldbuilding setzt, wird sicher die genannten Schwächen verzeihen können und Spaß am Lesen finden.


15. Oktober 2025

Rezension: Ab sofort Dämonenkönig (Light Novel)

Originaltitel: 今日からマのつく自由業! (Kyou Kara Maoh!)
Autorin: Tomo Takabayashi
Illustratorin: Temari Matsumoto

Erschienen: 1. Januar 2000
Deutsche Ausgabe: 2. April 2008

Inhalt: Nachdem Mittelschüler Yuri Shibuya durch die Toilette in eine andere Welt gespült wird, landet er im Reich der Dämonen. Diese wollen ihn zum König krönen und mit ihm als Anführer einen Krieg gegen die Menschen führen. Doch darauf hat Yuri keine Lust. Er nutzt seine Position, um für Frieden zu sorgen.

„Ab sofort Dämonenkönig!“ ist eine Light Novel-Reihe, auf die der Anime „Kyou Kara Maoh!“ basiert. Sie gehört den Genres Comedy und Fantasy, speziell Isekai, an und erzählt die Geschichte von Yuri, einem normalen Teenager, der durch die Toilette in eine mittelalterliche Fantasy-Welt gespült wird.

Kaum eine Reihe hat mich so sehr zum Lachen gebracht wie „Ab sofort Dämonenkönig“. Sie ist eine absolute Empfehlung für alle, die Comedy lieben und gern mal eine etwas andere Fantasy-Story lesen möchten. Insbesondere die skurrilen, aber liebevollen Figuren und die subversiven Fantasy-Elemente sorgen hier für Komik. Obwohl der Fokus auf Humor liegt, gibt es aber auch den ein oder anderen sozialkritischen Unterton.

Der Anfang des ersten Bandes zieht sich etwas, nimmt aber ab der zweiten Hälfte deutlich an Fahrt auf. Das ist verzeihlich, weil es sich um den Auftakt der Reihe handelt, und es hat natürlich auch den Vorteil, dass man als Leser*in langsam an die neue Welt herangeführt wird, in die Yuri gelangt. Die Bände danach steigen dafür sehr schnell ins Geschehen ein.
Der Schreibstil ist einfach und klar gehalten. Insgesamt liegt das sprachliche Niveau für einen Light Novel aber sehr hoch. Die Reihe kann meines Erachtens gut mit „normalen“ Romanen mithalten, was den Anspruch angeht. Sowohl Anime/Manga-Fans als auch klassische Romanleser*innen werden also mit „Ab sofort Dämonenkönig“ ihren Spaß haben.

Ich habe die Light Novels begonnen, nachdem ich den Anime geschaut habe. Die ersten beiden Staffeln halten sich sehr an die Vorlage, die dritte, rund um Saralegui, driftet sehr ab. Die Bücher übertreffen den Anime, welchen ich bereits sehr mochte, um Längen. Besonders die Figuren besitzen eine charakterliche Tiefe, was sie so sympathisch macht. Allen voran Murata, den ich im Anime erst gar nicht mochte, sorgt in den Light Novels für regelmäßige Highlights.
Da es sich um Comedy handelt, sollte man mit einigen überspitzten Darstellungen rechnen. Takabayashi hat aber ein Händchen dafür, die Figuren nicht ins Lächerliche zu ziehen und ihnen ihren Charme zu lassen.

Matsumotos Zeichnungen wirken zu Beginn der Reihe etwas grob. Ihr Stil verbessert sich jedoch von Band zu Band. Die Manga-Reihe, ebenfalls von Matsumoto gezeichnet, ist hingegen sehr schön geworden. Wer ihren Stil bewundern möchte, sollte sich also lieber den Manga schnappen. Abgesehen von den anfänglichen Schwächen passen die Zeichnungen gut zur Handlung und untermalen einige sehr witzige Szenen.

Sehr schade ist es, dass die deutsche Reihe nach Band 14  (erschienen 2011) abbricht und das Ende von Yuri offenlässt. Wer dennoch wissen möchte, wie es weitergeht, dem kann ich den gleichnamigen Manga ans Herz legen.


26. Februar 2025

Rezension: Magie & Milchschaum

Originaltitel: Legends & Lattes

Autor: Travis Baldree
Erschienen: 22. Februar 2022
Deutsche Ausgabe: 18. Mai 2023

Inhalt: Orkin Viv hängt das Leben als Abenteurerin an den Nagel und eröffnet ihr eigenes Café.

"Magie & Milchschaum" ist ein wunderbares Werk zum Wohlfühlen mit sympathischen Figuren und einem starken "Dungeons & Dragons"-Vibe.

Viv ist die typisch starke Kriegerin, die man sich eigentlich mit einem Schwert oder Morgenstern bewaffnet auf einem epischen High-Fantasy-Schlachtfeld vorstellt. Umso erfrischender ist es, dass gerade sie als Hauptfigur gewählt wurde und Gelegenheit hat, sich von ihrer gefühlvollen Seite zu zeigen. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und der Succubus Tandri ist sehr dezent eingearbeitet und entwickelt sich langsam, was wunderbar zur Handlung passt.

Neben Viv und Tandri gibt es noch weitere liebevolle Figuren, die Viv dabei helfen, ihren Traum vom Café zu erfüllen. Ganz besonders Fingerhut lebt ab sofort mietfrei in meinem Kopf und einer meiner größten Träume ist es, seit ich das Buch gelesen habe, eine seiner selbstgebackenen Zimtschnecken essen zu dürfen.

Als großer D&D-Fan und -Spieler gefiel mir das Setting sehr. Es ist eine klassische Fantasywelt mit Orks, Kobolden, humanoiden Tieren und anderen Fabelwesen, wie man sie aus High Fantasy-Werken oder aus Pen-and-Paper-Abenteuern kennt. Die Geschichte fühlt sich an wie das ersehnte Sequel eine*r jeden Kampagnen-Held*in, der*die sich nach der erfolgreichen Reise und dem Kampf gegen das Böse zur Ruhe setzt.

Der Stil ist einfach gehalten und gut zu lesen. Auch wenn es sich eindeutig um Cozy Fantasy handelt, läuft nicht alles perfekt und es wird für Spannung gesorgt. Der Wohlfühlfaktor bleibt aber eindeutig im Fokus. Das perfekte Buch für weniger gute Tage (oder für gute Tage, um sie noch besser zu machen).

Wer "Magie & Milchschaum" mag, kann sich außerdem auf das Prequel "Bücher & Barbaren" freuen, welches im November 2023 erschienen ist.

17. Februar 2025

Rezension: Die Insel der Tausend Leuchttürme

Autor: Walter Moers
Erschienen: 23. September 2023

Inhalt: Um sich von seiner Bücherstauballergie zu erholen, macht der zamonische Großautor Hildegunst von Mythenmetz Urlaub auf Eydernorn und begegnet dort allerart Mythen rund um die Insel und ihre (nicht ganz) tausend Leuchttürmen sowie das sagenumwobene Quaquappa.

"Die Insel der Tausend Leuchttürme" ist wieder ein typischer Zamonien-Roman, der uns diesmal bis ins kleinste Detail die Kurinsel Eydernorn, bekannt für ihre vielen Leuchttürme, vorstellt. Was wie ein erholsamer Kururlaub beginnt, verwandelt sich bald in eine Katastrophe.

Der Autor neigt sehr zu seinen allseits bekannten Mythenmetzschen Abschweifungen. Mit Längen sollte man also rechnen. In den ersten Briefen dümpelt die Handlung noch vor sich hin, wie die Ruhe vor einem Sturm - bis am Ende schließlich alles Knall auf Fall kommt. Die Spannung baut sich also sehr langsam auf.

Dafür jedoch erhält man als Leser*in tolle Einblicke in das Leben der Eydernorner Bevölkerung und über die Geschichte der Insel, dass man fast glauben könnte, selbst dort zu sein.

Zu Beginn hatte ich etwas Sorge, dass die Briefform Spannung aus der Geschichte nehmen könnte. Aber meine Befürchtungen haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Noch dazu hat Moers einen unverwechselbaren Stil, wie er hier mal wieder bewiesen hat. Da ist einfach jeder Satz ein Genuss.

Ein toller Zamonien-Roman, der hält, was er verspricht.