Autorin: Jasmin Jülicher
Erschienen: 23. Juni 2017
Inhalt: Nach einem flächendeckenden Krieg haben sich die verbliebenden Menschen in die Unterwasserstadt Biota zurückgezogen. Obwohl in dieser Stadt das Böse mithilfe von genetischer Manipulation ausgelöscht wurde, wird sie plötzlich von einer Mordserie erschüttert. Entgegen dem Willen der Oberen, die das Ganze vor der Bevölkerung geheim halten will, beginnt der oberste Hüter Alexander gemeinsam mit der Biologin Nic Ermittlungen ...
Ich mag die Unterwasserstadt, die mich zunächst sehr an Bioshock erinnerte und auch ähnliche Vibes versprüht, aber eher in Richtung Steampunk geht. Ich hätte mir sogar noch etwas mehr Unterwasser-Atmosphäre gewünscht.
Nichtsdestotrotz ist Biota sehr interessant gestaltet, wenn auch nicht jedes kleinste Detail logisch ist. Dadurch, dass es sich um eine alternative Zeitlinie handelt, kann man auch damit rechnen, dass einige geschichtliche Ereignisse oder Erfindungen zeitlich anders eingeordnet werden. Es gibt sogar einige reale Personen, die hier ihr fiktives Pendant finden. Allerdings besitzen sie im Roman ganz andere Charakterzüge.
Beim Plot handelt es sich um einen sehr klassischen Krimifall, der jetzt nicht unbedingt außergewöhnlich ist, aber auch nicht schlecht (mit Jack the Ripper-Parallelen).
Da die Hauptfigur keinerlei Erfahrung im Aufklären von Mordfällen hat (seine einzige Wissensquelle ist ein „Sherlock Holmes“-Roman), verlaufen die Ermittlungen eher schleppend. Trotz der Umstände hätte meiner Meinung nach ruhig mehr Spannung aufkommen können. Das Ende wirkt dann recht enttäuschend, weil entscheidende Hinweise fehlen, die Rückschlüsse über die Identität des Mörders zulassen.
Leider gibt es ein paar Unstimmigkeiten, z. B. sollen die Mordfälle unter Verschluss gehalten werden, aber je mehr Morde passieren und je mehr Menschen in die Ermittlungen involviert werden, desto unrealistischer wirkt es, dass niemand Verdacht schöpft.
„Stadt der Tiefe“ punktet in erster Linie mit einem interessanten und speziellen Worldbuilding in Steampunk-Optik. Der Plot hat leider nicht überzeugt.

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