Deutsche Ausgabe: 13. April 2020
Inhalt: Gideon hat genug von diesem düsteren Planeten und von der Ehrwürdigen Tochter Harrowhark, also packt sie ihre Sachen und flüchtet. Das schlägt jedoch fehl. Als Strafe muss sie Harrowhark bei ihrer Lyktorenprüfung begleiten und ihre Kavalierin spielen ...
Gideon ist eine eigenwillige Heldin, so wie das gesamte Worldbuilding des Romans. Auf dem Neunten, ihrem Heimatplaneten (gezwungenermaßen), ist alles schwarz – von den Klamotten bis hin zur Inneneinrichtung der Gruft, in der sie ihre Kindheit verbringen musste. Für das passende Ambiente sorgt die Ehrwürdige Tochter Harrow, Nekromantin und Erbin des Neunten Hauses, mit ein paar hübsch angerichteten Knochen, die so ziemlich einzigen Farbtupfer (falls man es so nennen kann) in dieser düsteren Welt.
Genauso schwarz ist der Humor. Muirs eigenwilliger, teils sehr vulgärer Stil macht dieses Buch zu einem Highlight. Er lockert die sonst düstere Stimmung des Buches sehr auf und verpasst ihm eine besondere Note. Gideons unflätigen Kommentare, die sie in den unpassendsten Situationen raushaut, sind nur ein Grund, weshalb sie so sympathisch ist.
Das Pacing ist etwas durchwachsen. Es fängt gut an, dann dauert es sehr lang, bis die Handlung eigentlich in Fahrt kommt. Während sowohl Gideon als auch Leser*innen in der ersten Hälfte der Story den größten Teil im Dunkeln (Gideon sogar wortwörtlich) tappen, zeichnet sich der zweite Teil durch detaillierte, actionreiche Kämpfe und Mystery-Elemente aus. Es dauert eine Weile, bis man erkennt, welche Richtung der Plot einschlagen will, bis er sich schließlich zu einem packenden Survival Horror und unvorhersehbarem Ausgang entpuppt.
„Ich bin Gideon“ war definitiv mal ein anderes Leseerlebnis. Allein schon das skurrile Worldbuilding ist es wert, dem Roman eine Chance zu geben.

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