"Path into Duat" ist der dritte Teil der Kemet-Reihe und eine gemeinsame Fortsetzung der beiden Bände "Road to Ombos" (Seth) und "Totenfluch" (Mafed). Da es sich um abgeschlossene Storys handelt, kann man ihn problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Wenn Bezug auf die Vorgänger genommen wird, dann werden die wichtigen Geschehnisse hinreichend erklärt.
Der Roman nimmt viele positive Aspekte beider Vorgänger auf und verbindet sie zu etwas Neuem. Da ist einmal das Wüstensetting, das ideal zu den ägyptischen Göttern passt, auch wenn wir uns jetzt in Nevada befinden und nicht mehr in Ägypten. Dann wären da noch die Krimielemente. Interessant ist, dass es diesmal kein typsicher Krimi ist und wir stattdessen eine andere Perspektive, die des Beschuldigten, einnehmen. Nichtsdestotrotz bleibt die spannende Suche nach der Wahrheit nicht aus.
Die Handlung ist recht übersichtlich: Seth wird des Mordes beschuldigt und muss da irgendwie wieder rauskommen, was gar nicht so einfach ist, weil alles gegen ihn spricht. Lange Zeit schweben sowohl die Figuren als auch Leser*innen im Unwissen, ob er es nun war oder nicht, was für Spannung sorgt.
Im Vordergrund stehen die Figuren – ihre Beziehungen zueinander, ihre Entwicklungen, die sie durchmachen. Das ist auch die große Stärke dieses Romans. Seth und Mafed sind unglaublich nahbare Figuren mit ihren Stärken und ebenso den Schwächen, was die beiden Götter fast schon menschlich macht. Dass die beiden so unterschiedlich sind, sorgt immer wieder für eine spannungsgeladene Atmosphäre. Und trotzdem haben sie einiges gemeinsam, wie sie im Laufe der Handlung herausfinden.
Das Pacing ist gut. Es gibt genug ruhige Momente, in denen man die Figuren besser kennenlernt. Etwas abrupt wirkt lediglich ein größerer Zeitsprung nach etwa der Hälfte der Story, den ich etwas seltsam fand. Das Lesevergnügen überwiegt aber und man kann gerne über solche Kleinigkeiten hinwegsehen.
8. September 2025
Rezension: Path into Duat
8. Juni 2025
Rezension: Totenfluch
28. April 2025
Rezension: Verlorene Städte (Lichter unter London 1)
"Verlorene Städte" hat ein cooles Konzept. Leider hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugen können.
Das Positive zuerst: Mir gefiel die Repräsentation von nicht-binären Figuren. Einmal Hauptfigur Maeve sowie die Idee eines ganzen Volkes ohne festgeschriebene Geschlechterrollen. Dafür gibt’s einen großen Pluspunkt.
Die Welt wurde mit viel Liebe zum Detail erschaffen. Es gibt viele interessante Pflanzen und Tiere in den Katakomben. Mal lauern dort unten Gefahren, mal trifft Maeve auf harmlose, niedliche Hermeline. Etwas schade ist es, wie es umgesetzt wurde. Gleich zu Beginn wird ein unterirdisches Phänomen nach dem anderen wie am Fließband abgefertigt - der Name wird genannt, gefolgt von einer kurzen Erklärung, was es ist. Kaum freundet man sich mit den neuen Fakten an, entdeckt Maeve das nächste Phänomen. Anstatt vollends in die Welt eintauchen zu können, muss man mit viel Infodump rechnen. Das bessert sich im Verlauf recht schnell, dafür gibt es später andere Schwächen.
Auch wenn Maeve ein klares Ziel vor Augen hat, fand ich ihr Handeln nicht immer ganz nachvollziehbar. Ihr Charakter wirkt sehr blass und passiv. So naiv, wie sie sich in den Katakomben bewegt, merkt man ihr nicht wirklich an, dass sie Katakombenforschung (ein merkwürdig spezifischer Studiengang) studiert. Ihre Vorgeschichte wirkt leider sehr klischeehaft. Auch wenn es nicht komplett an der Realität vorbei ist, finde ich es ein wenig schade, dass Maeves gesamtes Umfeld so übertrieben transfeindlich und verständnislos dargestellt wird, dass man sie sogar aus dem Haus geschmissen hat.
Mit den anderen Charakteren wurde ich ebenso wenig warm. Blaise und Selvice hatten ihre Momente, nur wirklich mitfiebern konnte ich nicht, da sie mir nicht viel bedeuteten.
Die Handlung wirkt an einigen Stellen sehr konstruiert. Man hat den Anschein, als geschähen manche Dinge nur, damit der Plot vorwärtsgeht.
Mich wundert es beispielsweise, wie die gesamte Frenzy Plant in Flammen stehen konnte – in einer Höhle! – Maeve festhielt, diese aber weder Probleme mit übergreifenden Flammen noch mit Rauch hatte. Anschließend fällt sie, nachdem der Boden unter ihnen zusammenbricht, weich auf das Teil drauf, das eben noch lichterloh gebrannt hat.
Schade ist es auch, dass eine große Enthüllung gegen Ende des Buchs, so interessant sie auch war, nur entsteht, weil die Figuren nicht vorher miteinander geredet haben (obwohl Maeve schon so viele Wochen unter der Erde verbracht hat).
Sprachlich ist es nicht immer ganz rund. Es gibt manchmal merkwürdige Wendungen, wie z. B. "Das Flüstern trug nicht weit, wahrscheinlich um niemanden zu stören." (Hat Flüstern so an sich, dass es nicht jede*r hören soll.) Solche Sätze kann man geflissentlich ignorieren, da es sich sonst recht flüssig liest. Weniger schön ist die inkonsequente Deklination von "dey". Mal ist der Akkusativ "demm", mal ist er "dey". Mal steht "dey" sogar als Dativ da, was grammatikalisch falsch ist.
Mein Highlight war es nicht, aber man kann dennoch seinen Spaß mit diesem Buch haben, wenn man die Handlung mal außer Acht lässt und einfach nur in die Welt eintauchen will.
17. April 2025
Rezension: Der Jasmin-Thron
Erschienen: 08. Juni 2021
Deutsche Ausgabe: 3. März 2025
"Der Jasmin-Thron" ist ein Buch, das eindeutig mehr Hype verdient. Es gibt eine interessante Welt, politische Intrigen, Magie und nachvollziehbare Figuren mit unterschiedlichen Interessen, was für Spannungen sorgt. Noch dazu hat Tasha Suri einen sehr ansprechenden, poetischen Schreibstil.
Wer Romance nicht mag, sollte sich durch die Bezeichnung Romantasy nicht abschrecken lassen. Die Liebesbeziehung der beiden Protagonistinnen ist eigentlich nur eine nebensächliche Handlung. Sie ist aber einer von vielen Faktoren, die dieses Buch so gut machen.
Die Handlung baut sich sehr langsam auf und ist zuweilen auch recht dialoglastig. Im ersten Band geht es vor allem darum, die verschiedenen Figuren und Handlungsstränge vorzustellen. Dafür wird so eine wunderbar dichte Atmosphäre geschaffen und man hat genug Zeit, die einzelnen Figuren und ihre Motive kennenzulernen und in eine indisch inspirierte Fantasywelt einzutauchen. Nicht unbedingt etwas für Actionfans, nichtsdestotrotz gibt es auch actionreiche Momente und einen sehr guten Handlungsbogen.
Ein sehr guter Auftakt für
eine Trilogie, auf deren Folgebände ich mich schon sehr freue.

