15. Oktober 2025
Rezension: Ab sofort Dämonenkönig (Light Novel)
11. Oktober 2025
Rezension: Nebby Dove
Titel: Nebby Dove - Gefährliche Winde
Autorin: Veronica Carver
Erschienen: 31. Juli 2025 im Wunderzeilen Verlag
Inhalt: Die Aeronautin Tracy Kane jagt einem sagenumwobenen Himmelswal hinterher. Dieselben Pläne verfolgt jedoch auch der berüchtigte Luftpirat Captain Magnus Woodleg. Es beginnt ein ein rasanter Wettlauf und ein Abenteuer, das Tracy nicht allein bestreiten kann. Auf ihrer Reise trifft sie u. a. auf einen geflohenen Piraten, ein Musikertrio und auf eine gerissene Ingenieurin ...
Manchmal gibt es Bücher, bei denen ich gar nicht so richtig weiß, was man daran kritisieren könnte, weil es eben kaum was zu kritisieren gibt. "Nebby Dove" ist ein durchweg unterhaltsames Buch. Es hat sozusagen genau das, was ich für eine runde Story brauche – ein wenig Action, ein wenig Liebe, eine einzigartige Welt, interessante Charaktere, eine Prise Humor und Piraten.
Besonders schön ist es, wie viel Wert Veronica Carver auf Diversität legt, die innerhalb der Welt als selbstverständlich wahrgenommen wird, nicht ohne auch etwas Gesellschaftskritik zu üben. Es gibt Queerness, Behinderungen, verschiedene Ethnien. Selbst Tiermenschen, Arkanier genannt, finden in der Welt von "Nebby Dove" einen Platz. Sehr gut fand ich vor allem den sapphischen Romance-Subplot.
Die Welt wurde mit viel Liebe zum Detail erstellt. Die Beschreibungen verleihen dem Roman eine dichte, steampunkige Atmosphäre, was einem gleich ein Bild vor dem geistigen Auge schafft. Perfekt, um in eine neue, eigentümliche eintauchen zu wollen.
Genauso eigentümlich ist auch der Charakter der Protagonistin Tracy. Sie hat zudem einen hohen Tatendrang, was sie zu einer idealen Hauptfigur macht. Ebenso die anderen Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und irgendwie schließt man die gesamte Truppe schnell ins Herz.
Besonders gelungen an „Nebby Dove“ ist das Pacing. Es gibt eine gesunde Mischung aus ruhigen und actionreichen Szenen sowie einen sehr guten Spannungsbogen, was sehr zum Lesefluss beiträgt.
8. September 2025
Rezension: Path into Duat
"Path into Duat" ist der dritte Teil der Kemet-Reihe und eine gemeinsame Fortsetzung der beiden Bände "Road to Ombos" (Seth) und "Totenfluch" (Mafed). Da es sich um abgeschlossene Storys handelt, kann man ihn problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Wenn Bezug auf die Vorgänger genommen wird, dann werden die wichtigen Geschehnisse hinreichend erklärt.
Der Roman nimmt viele positive Aspekte beider Vorgänger auf und verbindet sie zu etwas Neuem. Da ist einmal das Wüstensetting, das ideal zu den ägyptischen Göttern passt, auch wenn wir uns jetzt in Nevada befinden und nicht mehr in Ägypten. Dann wären da noch die Krimielemente. Interessant ist, dass es diesmal kein typsicher Krimi ist und wir stattdessen eine andere Perspektive, die des Beschuldigten, einnehmen. Nichtsdestotrotz bleibt die spannende Suche nach der Wahrheit nicht aus.
Die Handlung ist recht übersichtlich: Seth wird des Mordes beschuldigt und muss da irgendwie wieder rauskommen, was gar nicht so einfach ist, weil alles gegen ihn spricht. Lange Zeit schweben sowohl die Figuren als auch Leser*innen im Unwissen, ob er es nun war oder nicht, was für Spannung sorgt.
Im Vordergrund stehen die Figuren – ihre Beziehungen zueinander, ihre Entwicklungen, die sie durchmachen. Das ist auch die große Stärke dieses Romans. Seth und Mafed sind unglaublich nahbare Figuren mit ihren Stärken und ebenso den Schwächen, was die beiden Götter fast schon menschlich macht. Dass die beiden so unterschiedlich sind, sorgt immer wieder für eine spannungsgeladene Atmosphäre. Und trotzdem haben sie einiges gemeinsam, wie sie im Laufe der Handlung herausfinden.
Das Pacing ist gut. Es gibt genug ruhige Momente, in denen man die Figuren besser kennenlernt. Etwas abrupt wirkt lediglich ein größerer Zeitsprung nach etwa der Hälfte der Story, den ich etwas seltsam fand. Das Lesevergnügen überwiegt aber und man kann gerne über solche Kleinigkeiten hinwegsehen.


